7106 Kilometer mit der neuen Husqvarna Norden 901 durch Tschechien, Deutschland, Schweden, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen - wir haben dem Wolf auf dieser Tour das Garmin Tread mitgegeben, damit sich unser Reiseprofi unterwegs ein Bild von diesem für Offroad-Freaks entwickelten Motorrad-Navi machen kann.
Eigentlich hatte ich die Skandinavien-Tour ja mit meinem Zumo XT angehen wollen und dafür auch schon die stabile, versperrbare Halterung von Touratech am Motorrad montiert gehabt, als mich Poky fragte, ob ich nicht stattdessen das neue Tread mitnehmen will. Die gute Nachricht: Dieses sieht dem Zumo XT nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sondern ist - bis auf den in verschiedenen Farben beiliegenden Wechselrahmensatz - auch baugleich. Durch diesen Rahmen wird das Gerät zwar um ein, zwei Millimeter breiter, passt aber mit dem nötigen Druck trotzdem in die Halterung. Kein unwesentlicher Aspekt, denn die mitgelieferte Halterung, die in wenigen Handgriffen auf dem Lenker montiert werden kann, lässt das Navi zwar einrasten und hält auf den ersten Blick auch sehr ordentlich, bei wirklich rumpeligen Offroadpassagen hätte ich aber kein gutes Gefühl für das doch wertvolle Teil. Und für solche Passagen ist es ja schließlich auch gedacht. Also rasch den zur Husky passenden gelben Rahmen draufgesteckt (gibts auch in Rot, Blau oder Schwarz) und die Reise konnte losgehen.
Das Garmin Tread ist mit zahlreichen Funktionen wie zum Beispiel dem Gruppen-Tracking, Updates per WLAN, topografischen Karten und vielem mehr ausgestattet, wobei die neue Turn-by-Turn Trailnavigation mit akustischen Abbiegehinweisen speziell Offroad-Freaks im Gelände punktgenau ans Ziel leitet. Wenn ich keine fixe Route geplant habe, was bei mir ohnehin meist der Fall ist, dann gebe ich in der Praxis gerne einfach ein Ziel ein und biege überall dort, vorwiegend auf unbefestigte Wege, ab, wo es mir fahrenswerter erscheint, während das Navi im Hintergrund einfach die Route neu berechnet. So habe ich schon unzählige unvergessliche Fahrten absolviert und es deshalb auch gleich am ersten Tag der Reise in Tschechien nicht anders gemacht. Mit dem nicht unwesentlichen Unterschied, dass ich nicht extra abbiegen musste, sondern mich das Tread sowieso zielgenau auf die kleinsten Trails lotste. Unfassbar, welche Wege auf den Karten in diesem Navi gespeichert sind, selbst mit geübtem Auge hätte ich viele davon nicht mehr als solche erkannt. Nicht nur einmal hörte ich die Sozia hinter mir "da willst jetzt aber nicht wirklich entlang fahren" in den Helm flüstern, den "Offroad-Abenteuertest" hat das Tread auf alle Fälle bestanden. Auch wenn ich mir sicher bin, dass man sich um die Legalität der Befahrbarkeit der Strecken selbst kümmern muss, worauf speziell in unseren Breiten nicht vergessen werden sollte. Hat jedenfalls Spaß gemacht, allerdings mussten wir nach einigen Stunden in den tschechischen Wäldern dann doch wieder auf die asphaltierten Straßen abbiegen, sonst hätten wir die Fähre in Rostock nie und nimmer in den veranschlagten zwei Fahrtagen erreicht…
Selbstverständlich kann das Tread auch das, alles eine Frage des gewählten Fahrzeugprofils bzw. der Routenpräferenz. Mit vorinstallierten, interkontinentalen Straßen- und Geländekarten für Europa, Afrika und den Nahen Osten sind der Routenplanung praktisch keine Grenzen gesetzt. Via Garmin Express steht obendrein auch noch Kartenmaterial für Nord- und Südamerika, sowie Australien und Neuseeland als Download zur Verfügung. Weltweite BirdsEye-Satellitenbilder können via WLAN direkt auf das Navi geladen und entsprechend genutzt werden. Planen lässt sich eine Route sowohl am Navi selbst, als auch über die neue Garmin Tread App. Auf der stehen das gleiche Kartenmaterial, die gleichen Routenpräferenzen und die gleichen Fahrzeugprofile zur Verfügung, wie auch auf dem Navi. Software- oder Karten-Updates können damit einfach per WLAN aufgespielt werden. Die App erweitert die Funktionen zudem um Smart Notifications, mit denen eingehende Nachrichten oder auch Anrufe vom Smartphone direkt auf dem Navi angezeigt werden, ebenso wie Echtzeitinfos zu Verkehrsbehinderungen, Wetter und Kraftstoffpreisen, sowie die Group Ride Mobile Funktion. Diese habe ich zwar mangels Mitreisender nicht getestet, aber damit lassen sich mehrere Fahrzeuge in einer Gruppe über das Navi tracken und werden automatisch auf der Karte als Symbole dargestellt. So kann auch im unwegsamen Gelände stets während der Fahrt nachvollzogen werden, wo sich die anderen Fahrer gerade befinden. Bis zu 20 Fahrer können gleichzeitig in der Group Ride Tracker Funktion eingebunden werden, was natürlich den Vorteil ergibt, dass keiner verloren gehen kann - eine coole Sache, vor allem für echte Abenteuerreisende.
Planen lässt sich eine Route also sowohl auf dem Navis als auch auf der App, wobei die Strecken-Berechnung merkbar länger dauert als auf dem Zumo XT. Bei gleicher Rechenleistung hängt das wohl mit dem umfangreicheren Kartenmaterial zusammen und lässt sich vielleicht ändern, wenn man nicht Benötigtes deaktiviert. Ich bin in Skandinavien den klassischen Weg gegangen und habe meine Routen immer am Vorabend oder beim Frühstück am Laptop geplant und anschließend aufs Navi übertragen. Das funktioniert sowohl im BaseCamp von Garmin als auch mit Online-Planern, die bei mir ebenfalls regelmäßig zum Einsatz kommt. Die GPX-Dateien kann man einfach über die App aufs Gerät überspielen. Um das Tread an den Computer anzuschließen benötigt man allerdings ein Kabel mit Mini-USB-Anschluss, was in Zeiten von USB-C eigentlich nicht mehr jeder daheim herumliegen hat. Im Basecamp wird das Navi erkannt und sind die Dateien im Nu ausgetauscht, ich bin in der Regel nach Tracks gefahren, die man sich im Tread praktischer Weise in drei verschiedenen Linienstärken anzeigen lassen kann, was das Nachfahren doch komfortabler macht, als etwa nach den relativ dünnen Linien im Zumo XT. Ein kleiner Exkurs zum Verständnis von Routen und Tracks: Letztere sind auf jedem Gerät gleich und können dann auch nicht abgeändert werden, man sieht aber am Navi, je nachdem wie weit man in die Karte zoomt, gut, wenn man sich davon entfernt und auch die Wege, an denen man wieder zum Track zurück findet. Bei Routen wird die Strecke zwischen einzelnen Wegpunkten berechnet, daher können sie auf jedem Navi, je nach Anzahl der Wegpunkte, Kartenmaterial oder auch Fahrzeugprofil/Routenpräferenz unterschiedlich ausfallen.
Sehr gut abzulesen ist das 5,5-Zoll-TFT-Farbdisplay, auch bei widrigen Bedingungen wie Sonneneinstrahlung, Regen etc. Der Touchscreen funktioniert auch mit Handschuhen wunderbar, dazu kommen die (Stark-)Regen- und Kältefestigkeit als weitere "Pluspunkte" im Vergleich zur Verwendung eines Smartphones als Navi, wo es in der Praxis durch die Erschütterungen auch zu Problemen mit den modernen Kameras mit Bildstabilisator kommen kann. Durch die integrierten ABC-Sensoren, welch unter anderem die Höhe, Längs- und Seitenneigungen messen können, wird etwa die Navigation im schweren Gelände erleichtert. Dazu ist das Tread In-Reach kompatibel (hierzu muss ein entsprechendes Garmin-In-Reach-Gerät separat erworben werden), womit man via Satellitenverbindung etwa automatische SMS-Notrufe absenden kann - speziell für Alleinreisende auf abgeschiedenen Wegen eine überlegenswerte Option.
Insgesamt ist das Garmin Tread mit einem Preis von 599 Euro zwar kein Sonderangebot, auf alle Fälle aber ein leistungsstarkes Motorrad-Navi für all jene, die gerne regelmäßig auf Abenteuertour sind bzw. unbefestigte Wege suchen. Wer hauptsächlich auf der Straße unterwegs ist und nur ab und zu Offroad, der wird wohl mit dem in vielen Punkten identen und um 100 Euro günstigeren Zumo XT sein Auslangen finden.
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