Autozulieferer: Leoni will Einigung mit Banken über Refinanzierung „binnen Wochen“ erzielen

2023-02-28 14:11:03 By : Ms. Sunny Wei

Der Kabel-Hersteller Leoni schreibt schon länger rote Zahlen. Doch mithilfe einer Refinanzierung soll die Schuldenlast reduziert werden, gleichzeitig soll es frisches Geld geben.

Das Unternehmen mit rund 100.000 Mitarbeitern verdiente in der Vergangenheit nicht genug, um seine Milliardenschulden zu bedienen.

Der Nürnberger Autozulieferer Leoni erwartet eine rasche Grundsatzeinigung mit seinen Gläubigerbanken. Ein Papier zu den Bedingungen der Refinanzierung „eine Frage von Wochen, nicht von Monaten“, sagte Finanzvorstand Harald Nippel am Dienstag in einer Analystenkonferenz. „Wir haben die volle Unterstützung der Banken.“

Die Kreditgeber des Bordnetz- und Kabel-Spezialisten hatten die bisherige Finanzierung bis zum Sommer 2023 verlängert, nachdem der Verkauf der Kabel-Sparte an die thailändische Stark Corporation überraschend in letzter Minute gescheitert war. Die Verhandlungen mit den Banken seien „konstruktiv, aber sehr herausfordernd“, sagte Nippel.

Gläubiger und Aktionäre stünden vor drastischen Zugeständnissen, um Leoni zu retten. Das Unternehmen mit rund 100.000 Mitarbeitern verdient nicht genug, um seine Milliardenschulden zu bedienen.

>> Lesen Sie auch: Rettungsaktion für angeschlagenen Autozulieferer – Schmerzhafter Kapitalschnitt bei Leoni

Im vergangenen Jahr lag das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) gerade bei elf (2021: 130) Millionen Euro. Im Gespräch ist nun ein Tausch von Schulden in Eigenkapital, mit dem die Schuldenlast reduziert wird, die Anteile der Aktionäre aber mit einem Kapitalschnitt deutlich verwässert werden. Mit Hilfe einer Kapitalspritze soll zugleich frisches Geld hereinkommen.

Durch den Umbau der Kapitalstruktur müssten Eigen- und Fremdkapital voraussichtlich deutlich abgewertet werden, sagte Nippel. Das werde sich in der Gewinn- und Verlustrechnung 2022 mit einem kleineren bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag niederschlagen. Die Vorlage des Geschäftsberichts und auch die Hauptversammlung würden deshalb verschoben, möglicherweise braucht Leoni auch eine außerordentliche Hauptversammlung, um die Kapitalmaßnahmen zu beschließen.

Die Kabelsparte wird vom laufenden Jahr an wieder voll in die Bilanz einbezogen. Ein Verkauf ist vorerst vom Tisch. Der scheidende Vorstandschef Aldo Kamper, der Anfang April zu AMS Osram zurückkehrt, sagte, Leoni bereite nun eine Klage gegen Stark vor.

Für Nachrichtenseiten wie WirtschaftsWoche Online sind Anzeigen eine wichtige Einnahmequelle. Mit den Werbeerlösen können wir die Arbeit unserer Redaktion bezahlen und Qualitätsartikel kostenfrei veröffentlichen. Leider verweigern Sie uns diese Einnahmen. Wenn Sie unser Angebot schätzen, schalten Sie bitte den Adblocker ab. Danke für Ihr Verständnis, Ihre Wiwo-Redaktion